Kundin mit rezidivierenden Vaginalinfektionen trotz Prophylaxemaßnahmen - TORRE GmbH

← Zurück zu allen Papers

PDF herunterladen

Fallnummer: 6

Kundin mit rezidivierenden Vaginalinfektionen trotz Prophylaxemaßnahmen


Anfrage:

Eine 39-jährige Kundin leidet seit etwa einem Jahr wiederholt unter bakterieller Vaginose, gefolgt von Vaginalpilzinfektionen. Die Beschwerden treten trotz vorbeugender Anwendung von vaginalen Milchsäurepräparaten und Omnibiotic Flora/woman etwa 3–4 Mal jährlich auf. Der Leidensdruck ist hoch.
Behandlungshistorie: Mehrfache Therapien mit vaginalen Antibiotika, anschließend jeweils antimykotische Behandlung. Inzwischen besteht laut Frauenarzt eine Resistenz gegen Clotrimazol. Milchsäurebakterien sind nicht nachweisbar. Biofanal wurde ebenfalls eingesetzt. Vaginale Trockenheit besteht nicht.

Begleiterkrankungen und Medikation: gut eingestellter Diabetes (Metformin), gut eingestellter Bluthochdruck (Candesartan), hormonelle Kontrazeption mit Jubrele.
Partner wird aktuell mitbehandelt, erneute Infektionen traten jedoch auch unabhängig davon auf. Keine Wechseljahressymptome.

Zusätzliche Fallangaben: Gewollte, deutliche Gewichtsabnahme im Vorfeld; keine erkennbare Auslöseränderung im letzten Jahr. Hoher Stresspegel, subjektiv nicht stärker belastend als zuvor. Bisher keine anderen Infektionen. Einnahme von Vitamin D und Zink, kein Magnesium.

Derzeitige ärztliche Therapie: Fluconazol oral, Canesten Gyn Once, Perenterol, Chlorhexidin-Mundspüllösung, Vagisan Milchsäure.
Gesucht werden Empfehlungen, um den wiederkehrenden Infektionskreislauf zu durchbrechen.

Antwort:

Hier die Antwort unseres pharmazeutischen Teams:

Empfohlen wird eine Kombination aus MiBio-Therapie und orthomolekularer Begleitung.
Problem: Chronizität.

Eine gute Basis umfasst ein großes Blutbild mit Leukozytendifferenzierung, Immunglobulinen sowie einen Eisenstatus (Hb, Ferritin, Transferrinsättigung, CRP). Immunologisch sinnvoll ist zudem die Bestimmung des Vitamin-D-Spiegels, insbesondere vor dem Hintergrund einer chronischen Entzündung, die Vitamin D stark verbraucht.

1. MiBio – Chronizität:

  • Längere Anwendungsdauer als nur wenige Wochen notwendig. ⇒ Kein Omnibiotic, sondern Nutrimmun Mybiotic Immugy (enthält LGG und BB12 als immunstabilisierende Probiotika sowie 10 mg Zink, Selen, 800 IE Vitamin D und immunanregende Beta-Glucane), 1× täglich 1 Beutel für 2 Monate.
  • Parallel Symbioflor 1 zur Verbesserung des Schleimhaut-Immunglobulins sIgA, 2× täglich 20 Tropfen; 2 Flaschen aufbrauchen, dann Pause.
  • Zusätzlich als Präbiotikum und „Futter“ für die Probiotika und das Mikrobiom: Praelasan Pulver (1. Woche 1 Messlöffel täglich, danach 2 Messlöffel täglich).
  • Für die Vaginalflora lokal: Symbiovag jeden 3. Abend 1 Vaginal-Suppositorium als Erhaltung für 6 Wochen – Vagisan Milchsäure verändert nur den pH-Wert, nicht jedoch die Vaginalflora.

2. Orthomolekulare Begleitung:

  • Vitamin-D-Blutwert prüfen; falls unbekannt, 2000 IE zusätzlich zu den 800 IE in Immugy, 1× täglich für 3 Monate, danach 10 000 IE pro Woche
  • 15 mg Zink (Histidin) täglich für 1 Monat (zusätzlich zu den 10 mg in Immugy), danach 1 Monat jeden 2. Tag 1×, anschließend 2× jährlich für je 2 Monate Zink supplementieren (ACE-Hemmer und AT-1-Blocker komplexieren Zink)
  • Glutamin: 2–3 g täglich als Substrat des Immunsystems und des MALT/GALT im GI-Trakt sowie zur Unterstützung der Muskelmasse (Gewichtsverlust)

Generell: HbA1c-Wert 2× pro Jahr bei Metformin-Therapie bestimmen, Omega-3-Index für alle Fettsäuren messen.

Hinweis: Unsere Empfehlungen basieren auf bestem Wissen und Gewissen sowie auf den Inhalten der regulationspharmazeutischen Ausbildung bei TORRE. Sie dienen der Unterstützung Ihrer pharmazeutischen Beratung und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Therapie. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben keine Haftung für die Umsetzung übernehmen können.

Kategorien: Frauengesundheit