Patientin mit MS und starker Müdigkeit - TORRE GmbH

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Fallnummer: 8

Patientin mit MS und starker Müdigkeit


Anfrage:

Diagnose: MS, schubförmig progredient (AD 01/22).

Therapie: Ocrelizumab (monoklonaler Antikörper gegen CD20) seit 04/22, zuletzt 11/24; Begleitmedikation Baclofen, Fampyra, Spasmex, CannaXan.

Thema: Anhaltende Müdigkeit, Sorge vor Progression (aktuell in Umschulung). Unter Seniorfit deutliche Besserung.

Frage: Welche Blutuntersuchungen sind empfehlenswert? Bei aktuellem Klinikaufenthalt wurden weder Vitamin D noch andere Parameter bestimmt.

Antwort:

Hier die Antwort unseres pharmazeutischen Teams:

  1. Wenn unter regulafit® Seniorfit | PZN 11228568 (60 Kapseln.) eine Besserung eintritt (B-Komplex!), sollte auf Holo-TC für B12 getestet werden – wenn möglich auch Homocystein als Sammelparameter für B6/B12/Folat. Achtung: Die Probe muss zentrifugiert werden, daran scheitert es in vielen ärztlichen Praxen.
  2. Dazu ein Eisenstatus mit Hb, Ferritin, Transferrinsättigung und CRP als Hilfsparameter für „Entzündung“, um den Ferritinwert real einschätzen zu können (GI-Störungen … wenn Eisen im Keller, dann oft auch alles andere).
  3. Vitamin D ist absolut notwendig – Zielwerte > 40 ng. Bei MS gibt es Fälle, die von einigen Therapeuten mit dem Hochdosis-Coimbra-Protokoll behandelt werden (1000 IE pro kg KG täglich). Eine Patientin fährt z. B. nach Freiburg zu Dr. Lemke, einem Coimbra-Therapeuten, und seitdem steht ihre MS – mit 60.000 IE Vitamin D pro Tag. Das hat wahrscheinlich etwas mit einer Vitamin-D-Resistenz zu tun.
  4. Hinweis: Beim Vitamin-D-Update am Mittwoch gibt es dazu (kurz) weitere Infos.
  5. Bei der Infusion mit dem MAK wird vorher 100 mg Methylprednisolon gegeben. Das kurbelt den Metabolismus von Vitamin D an, sodass schnell ein echter Mangel (< 12 ng) entsteht.
  6. Ein weißes Blutbild sollte unbedingt gemacht werden, da der CD20-AK oft zu einer massiven Neutropenie und Lymphopenie führen kann. Das muss mit Filgrastim behandelt werden – ansonsten besteht Lebensgefahr.
  7. Nebenwirkungen aller CD20-MAK sind Reaktionen der Schleimhäute im GI-Trakt mit ggf. Diarrhö, was zu einer Minderresorption von Fe, Mg, Ca, Zn und Se führen kann.
  8. Auch Fampyra führt zu GI-Störungen.
  9. Eine Mikronährstoffanalyse anbieten oder beim Arzt eine (IGeL-)Vollblutuntersuchung auf Mineralien wie Mg, Zn, Se anregen.
  10. Statine (off-label) scheinen Schübe zu reduzieren – auch wenn es nicht die „Lieblinge“ sind.
  11. Unbedingt 2 g Omega-3, z. B. als Norsan-Öl.

Hinweis: Unsere Empfehlungen basieren auf bestem Wissen und Gewissen sowie auf den Inhalten der regulationspharmazeutischen Ausbildung bei TORRE. Sie dienen der Unterstützung Ihrer pharmazeutischen Beratung und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Therapie. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben keine Haftung für die Umsetzung übernehmen können.

Kategorien: Erschöpfung Gehirn