CLL mit Diabetes Typ 2 und Haarausfall
Anfrage:
Bei einer Kundin wurde eine chronisch lymphatische Leukämie (CLL) diagnostiziert. Sie nimmt derzeit keine Medikamente und keine Nahrungsergänzungsmittel ein. Zusätzlich besteht ein Diabetes mellitus Typ 2, außerdem klagt sie seit Kurzem über vermehrten Haarausfall. Gedacht wurde an eine gezielte Versorgung mit Vitamin D (nach vorheriger Testung), Zink, Selen und Omega-3-Fettsäuren, eventuell ergänzt durch ein Probiotikum.
Gefragt wird, ob weitere Maßnahmen sinnvoll sind und wie der Zusammenhang zwischen Immunsystemstärkung und CLL einzuordnen ist.
Antwort:
Hier die Antwort unseres pharmazeutischen Teams:
(1) Vitamin D
Ein Vitamin-D-Mangel begünstigt bei CLL eine Verkürzung der Zeit bis zur ersten Therapie.
Empfohlen wird eine Bestimmung des Vitamin-D-Status und eine Einstellung auf einen Zielwert von ca. 40 ng/ml, mit einer Kontrollmessung nach 6 Monaten.
(2) Selen
In Deutschland ist ein Selenmangel nicht unüblich. In der Leitlinie Komplementäre Onkologie wird auf die Bedeutung von Selen hingewiesen.
Empfohlen wird die Bestimmung im Vollblut, alternativ im Serum.
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Zielwerte Serum: 75–120 µg/l, bevorzugt im oberen Bereich
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Zielwerte Vollblut: 100–140 µg/l
Auftitrierung über 6 Monate: -
200 µg Natriumselenit nüchtern täglich, danach
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200 µg jeden 2. Tag oder 100 µg täglich als Erhaltungsdosis
(3) Zink und Eisen
Eine Supplementierung von Zink und Eisen sollte nur bei nachgewiesenem Mangel erfolgen, idealerweise über Vollblutanalytik oder Mineralanalyse aus Haaren/Nägeln.
(4) Omega-3-Fettsäuren
Omega-3-Fettsäuren sind bei onkologischen Erkrankungen sinnvoll als antientzündlicher Stimulus.
Empfohlen werden 1–2 g täglich, z. B. als hochaufgereinigtes Fischöl, begleitet von einer Reduktion von Linolsäure und Arachidonsäure in der Ernährung (kein konventionelles Schweinefleisch).
(5) Darm und Immunsystem
Für den Einsatz von Probiotika bei CLL existieren keine belastbaren Daten.
Stattdessen wird eine Erhöhung der löslichen Ballaststoffe empfohlen, da hier in der Bevölkerung generell Defizite bestehen.
Ziel: 10–20 g täglich zusätzlich, z. B. über Indische Flohsamen, Akazienfasern oder resistente Stärke(Kombinationen z. B. in Praelasan).
Effekte:
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vermehrte Butyratbildung,
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verbesserte Mikrobiota,
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Reduktion von viszeralem Fett,
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positive Modulation des Immunsystems.
Hinweis: Unsere Empfehlungen basieren auf bestem Wissen und Gewissen sowie auf den Inhalten der regulationspharmazeutischen Ausbildung bei TORRE. Sie dienen der Unterstützung Ihrer pharmazeutischen Beratung und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Therapie. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben keine Haftung für die Umsetzung übernehmen können.
