Cholin-Supplementierung in der Schwangerschaft - TORRE GmbH

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Fallnummer: 35

Cholin-Supplementierung in der Schwangerschaft


Anfrage:

Es wurde nach einer Cholin-Supplementierung in der Schwangerschaft gefragt.
Es besteht Skepsis, da Cholin auch im Zusammenhang mit Leberentgiftung empfohlen wird und gelernt wurde, dass während der Schwangerschaft keine zusätzliche Entgiftung erfolgen sollte.

Antwort:

Hier die Antwort unseres pharmazeutischen Teams:

Kurze Einordnung: Auf Femibion 1, 2 und 3 ist Cholin als Nährstoff ausgewiesen; in regulafit® Schwangerschaft oder Elevit 1 und 2 ist Cholin hingegen nicht enthalten.

Grundlage der Empfehlung ist eine Stellungnahme der EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) aus dem Jahr 2016.

  • Tägliche Aufnahmemenge (Erwachsene): 400 mg

  • Schwangerschaft: 480 mg

  • Stillzeit: 520 mg

Cholin kommt vor allem in Innereien, Eiern und Milchprodukten vor; ein Mangel betrifft daher besonders Frauen mit einseitiger Ernährung, insbesondere bei veganer Ernährungsweise.

Ein Cholinmangel (z. B. durch restriktive Diäten) kann zu Leber-, Muskel- und Nervenschädigungen führen.

Cholin wird häufig dem B-Komplex zugeordnet, ist jedoch kein B-Vitamin.
Es wird im Stoffwechsel als Acetylcholin im Parasympathikus als Neurotransmitter benötigt und ist ein essenzieller Bestandteil aller Biomembranen, insbesondere

  • im Gehirn (Fötus, Säugling),

  • der Myelinscheide (Sphingomyelin) sowie

  • der Hepatozytenmembranen (Phosphatidylcholin).

Die Assoziation mit „Entgiftung“ beruht häufig auf der Anwendung von Phosphatidylcholin (z. B. in Essentiale forte®) bei Lebererkrankungen. Dabei handelt es sich jedoch um eine therapeutische Nutzung bei Leberschädigungen und nicht um eine aktive Entgiftung im Sinne einer Ausleitung.

Neben Schwangerschaft und Stillzeit ist Cholin als essenzieller Nährstoff auch relevant bei Neuro- und Polyneuropathien, üblicherweise im Bereich von 200–500 mg täglich als Supplement.

Als mögliche Nebenwirkung wurde in Kombination mit DHA/EPA (ca. 200 mg) vereinzelt ein fischiger Körpergeruch beschrieben – dies gilt als bekannte, harmlose Begleiterscheinung.

Hinweis: Unsere Empfehlungen basieren auf bestem Wissen und Gewissen sowie auf den Inhalten der regulationspharmazeutischen Ausbildung bei TORRE. Sie dienen der Unterstützung Ihrer pharmazeutischen Beratung und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Therapie. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben keine Haftung für die Umsetzung übernehmen können.

Kategorien: Frauengesundheit Gehirn NEM Schwangerschaft Stoffwechsel