Herzstillstand und wiederkehrende Divertikulitis
Anfrage:
- Eine Kundin hatte innerhalb von zehn Tagen zweimal einen Herzstillstand. Es stellt sich die Frage, ob der Beratungsplan „Herzgesundheit“ 1:1 übernommen werden kann. Außerdem, inwiefern Eisen in diesem Zusammenhang wichtig ist.
- Ein Kunde leidet unter immer wiederkehrender Divertikulitis. Unklar ist, wie er am besten unterstützt werden kann – vor allem während bzw. nach der wiederholt angesetzten Antibiotikatherapie. Bei Enzymtherapie besteht Unsicherheit, ob diese sinnvoll ist. Zudem wurde Natriumbutyrat angesprochen, das aktuell viel diskutiert wird.
Antwort:
Hier die Antwort unseres pharmazeutischen Teams:
Herzarbeit, z.T. Reparatur: Mitochondrien-Therapie mit 300 bis 400 mg Magnesium, z.B. mittels Magnesiumcitrat 130 mg, 3 x 1 Kapsel (Komplex V der Atmungskette) plus Coenzym Q10 (Komplex I, II, III der Atmungskette) als Ubichinol 100 mg (Kaneka-Qualität), 1 x 1 zu einer fettreichen Mahlzeit.
Eisen: vgl. Leitlinien Herzinsuffizienz – Ferritin mind. 100 ng/ml, plus Transferrinsättigung größer 20%. Kontrolle durch Hausarzt/Kardiologe (der Hb-Wert ist kein Maß für eine Herzinsuffizienz!). Nur bei einem so detektierten Eisenmangel ist zu ergänzen: 30 bis max. 50 mg Eisen/Tag, ggf. auch nur jeden 2. Tag.
Bei wiederkehrender Divertikulitis: Kombination aus Multispezies-Mikrobiota-Präparat, z.B. Kyberg Mucosa 1 x 1 Beutel, Omnibiotic 10 oder Nutrimmun Probiotic pur. Dazu unbedingt keine „Körnerkost“, aber in Kombination mit Prebiose durch lösliche Ballaststoffe wie gemahlene (keine ganzen Schalen!) Flohsamen, Baobab etc., z.B. Nutrimmun Praelasan. Langsame (!) Steigerung von 1 ML bis auf 3 x 1 ML pro Tag, um den Darmaufbau zu unterstützen.
Enzymtherapie: keine Indikation.
Natriumbutyrat: Die Mikrobiota bildet aus löslichen Ballaststoffen kurzkettige Fettsäuren wie u.a. Butyrat, welches die Regeneration der Darmschleimhaut fördert, die Motilität anregt und den Entzündungsstoffwechsel reduziert. Bevorzugt wird eine Gabe von Bitterstoffen (Anregung der Magensäure-, Gallensäure- und Pankreasenzymproduktion zur Verbesserung der Verdauungsleistung) plus Probiose für 2–3 Monate sowie essenziell Prebiose mit löslichen Ballaststoffen für 6 Monate. Dies ist als ganzheitlicher Ansatz zu bewerten, anstelle einer isolierten Gabe von Butyrat (Dosis ungeeignet/unbekannt, Anfluten im Dickdarm nach oraler Gabe unklar, Kosten und Zulassungsstatus fraglich).
Hinweis: Unsere Empfehlungen basieren auf bestem Wissen und Gewissen sowie auf den Inhalten der regulationspharmazeutischen Ausbildung bei TORRE. Sie dienen der Unterstützung Ihrer pharmazeutischen Beratung und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Therapie. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben keine Haftung für die Umsetzung übernehmen können.
