Omega-3-Einnahme unter Eliquis-Therapie (Apixaban) - TORRE GmbH

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Fallnummer: 31

Omega-3-Einnahme unter Eliquis-Therapie (Apixaban)


Anfrage:

Eine Patientin nimmt regelmäßig Ramipril und Eliquis (Apixaban) ein. Bisher wurde zusätzlich Omega-3 eingenommen. Nun besteht Unsicherheit, da sie gehört hat, dass Eliquis und Omega-3 nicht gemeinsam eingenommen werden sollten. Das bisherige Omega-3-Präparat wurde in der Drogerie gekauft, daher kam die Frage bislang nicht in der Apotheke auf. Es wurde bereits besprochen, dass ein hochaufgereinigtes Omega-3-Präparat (z. B. Norsan) sinnvoll ist. Der behandelnde Hausarzt verwies die Patientin zur Klärung an die Apotheke.
Gefragt wird nach einer fachlichen Empfehlung zur gleichzeitigen Einnahme von Omega-3 und Eliquis.

Antwort:

Hier die Antwort unseres pharmazeutischen Teams:

Die Fragestellung wurde kürzlich auch im Rahmen eines Intensivseminars diskutiert. Grundsätzlich gilt: Die Dosis ist entscheidend.

  • Bis 1 g Omega-3 pro Tag (präventiv) gelten als unbedenklich. Patientinnen und Patienten unter Apixaban dürfen auch Fisch verzehren.

  • Ab 2 g Omega-3 pro Tag kann es unter DOAKs im Einzelfall zu einer Erhöhung des Blutungsrisikos kommen (z. B. Nasenbluten, vermehrte Hämatome).

  • Ab 4 g Omega-3 pro Tag kann es bei Patientinnen und Patienten mit kardialen Vorschädigungen (KHK, Herzinsuffizienz NYHA III/IV) unter DOAK-Therapie zu Vorhofflimmern kommen. In diesen Fällen sollten vor Beginn und nach 6 Monaten die Omega-3-Spiegel bestimmt werden (Zielbereich 8–11 %, nicht höher).
    Hinweis: Für natürliche Omega-3-Gemische aus Fischölen (EPA + DHA) liegen hierzu keine belastbaren Studienvor. Im Gegensatz dazu trat Vorhofflimmern bei reinem synthetischem EPA-Ester (Icosapent-Ethyl/Vascepa)auf; diese Daten wurden fälschlich auch auf Gemische übertragen.

Kurz zum Merken:

  1. Vor geplanten größeren Operationen (z. B. Knie-/Hüft-TEP) sollten Omega-3-Fettsäuren 10–14 Tage vorher abgesetzt werden.

  2. Präventive Gaben mit aufgereinigten, standardisierten Fischöl-Gemischen im Bereich von 1 g/Tag sind auch in Kombination mit DOAK oder ASS 100 möglich.
    Eine Kombination mit Marcumar sollte nur unter regelmäßiger Gerinnungskontrolle (CoaguCheck) erfolgen.

  3. Gaben > 2 g/Tag sollten unter DOAK-Therapie nur nach Bestimmung des individuellen Omega-3-Status erfolgen und therapeutisch überwacht werden; die Produkte sind im Medikationsplan zu dokumentieren.

  4. Unter Marcumar wird Omega-3 grundsätzlich nicht ohne CoaguCheck empfohlen (analog auch für Ginkgo, Curcumin oder Knoblauch-Produkte).
    Unter DOAK sind 1 g, maximal 2 g Omega-3/Tag üblich; eine jährliche Bestimmung des Omega-3-Status ist sinnvoll. In diesem Bereich wurden bislang keine vermehrten Nebenwirkungen (z. B. ausgeprägte Hämatome) beobachtet.

  5. Bei ärztlich-therapeutischen Dosen von 4–12 g/Tag wurden Nebenwirkungen beobachtet – meist bei Omega-3-Indizes > 11 %.

Hinweis: Unsere Empfehlungen basieren auf bestem Wissen und Gewissen sowie auf den Inhalten der regulationspharmazeutischen Ausbildung bei TORRE. Sie dienen der Unterstützung Ihrer pharmazeutischen Beratung und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Therapie. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben keine Haftung für die Umsetzung übernehmen können.

Kategorien: Herz NEM Prävention Stoffwechsel